Die Bauten unter den Felsen

Der Museumsverein hat in den letzten Jahren eine umfassende Forschung zum Thema der Bauten unter den Felsen durchgeführt. 2003 wurden dazu eine Ausstellung und der Lehrpfad entlang der Grotti eröffnet. Das reich bebilderte Buch "Vivere tra le pietre" (Zwischen Steinen leben), herausgegeben 2004, zeigt die Resultate dieser Forschung. Die auch in Fachkreisen geschätzte Publikation enthält grundlegende und hoch qualifizierte Beiträge zum Thema.

Im Maggiatal gibt es viele grosse Felssturzgebiete, die Hänge und weite Streifen am Fusse der Berge bedecken. Unwegsame Formationen der Landschaft und der karge Boden zwangen die Menschen, sich an das von Felsen beherrschte Land anzupassen. Die zahlreich vorhandenen Hohlräume wurden ausgehoben und erweitert; damit boten sie Schutz und Lagermöglichkeiten und konnten Bedürfnissen angepasst werden, die für eine auf Selbstversorgung basierende Wirtschaftsform typisch waren.

Durch die Forschung konnten mehr als 1500 Hohlräume von der Talsohle bis zu den höchstgelegenen Weiden erfasst werden. Das sehr genaue Studium ihrer charakteristischen Merkmale und Funktionen hat ermöglicht, die erstaunliche Anpassungsfähigkeit der Menschen an die Berge zu entdecken und zu dokumentieren, dass die Hohlräume schon vor Jahrtausenden genutzt wurden. Dies ist ein wichtiger Beitrag zum Verständnis des alpinen Lebensraumes und ganz besonders für ein Tal, in dem es an Erde mangelt und Steine im Überfluss vorhanden sind.

Die Forschung konnte dank grosszügiger finanzieller Unterstützung von "Regio plus" im Zusammenhang mit dem Projekt "Val Maggia Pietraviva" des Verbandes der Gemeinden des Valle Maggia durchgeführt werden. Dies ist ein Projekt zur Imageförderung mit dem Stein als Mittelpunkt; der Stein, das Grundelement sowohl der natürlichen als auch der vom Menschen geschaffenen Landschaft.